SINGULUS
TECHNOLOGIES

Geschäftsbericht 2016

An die Aktionäre der SINGULUS TECHNOLOGIES AG

Bericht des Aufsichtsrates

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, das Geschäftsjahr 2016 war für unser Unternehmen ein entscheidendes Jahr. Die erfolgreiche finanzielle Restrukturierung des Unternehmens und die Sicherung des operativen Geschäftes war eine besondere Herausforderung für SINGULUS TECHNOLOGIES.

Die SINGULUS TECHNOLOGIES AG ist ein Anbieter von Maschinen und Produktionsanlagen für die Gebiete Vakuum-Dünnschicht- und Plasma-Beschichtung, nasschemische Verfahren sowie für thermische Prozesstechniken.

Das operative Geschäft von SINGULUS TECHNOLOGIES hat sich nach Segmenten betrachtet sehr unterschiedlich entwickelt. Im Segment Solar konnte im Geschäftsjahr 2016 der erwartete Großauftrag für Produktionsanlagen für CIGS-Solarzellen realisiert werden. Die Geschäftsaktivitäten im Segment Optical Disc und im Segment Halbleiter haben sich im Geschäftsjahr 2016 wie auch in den Vorjahren schwach entwickelt. Die Verzögerung bei der Auftragserteilung des oben genannten Solarauftrags hat dazu geführt, dass sich die Umsätze im Segment Solar verzögern und damit über den Jahreswechsel 2016 hinaus maßgeblich erst im Geschäftsjahr 2017 realisiert werden können.

Wir sehen weiter große Chancen im Bereich Solar und wir werden das bestehende Produktportfolio in diesem Segment intensiv weiter ausbauen, um an dem Wachstum dieses Marktes zu partizipieren. Details zur Entwicklung des Unternehmens werden im Lagebericht ausführlich erläutert.

Der Bericht des Aufsichtsrates informiert Sie über die Schwerpunkte der Tätigkeit des Aufsichtsrates im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Im Jahr 2016 hat der Aufsichtsrat alle gesetzlichen und satzungsmäßigen Aufgaben wahrgenommen und die Vorgaben der Geschäftsordnung des Aufsichtsrates befolgt. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand bei der Leitung der SINGULUS TECHNOLOGIES AG insbesondere im Umfeld der schwierigen Geschäftssituation und der erfolgten Restrukturierung regelmäßig beraten und die Tätigkeit des Vorstands konstant überwacht. Der Vorstand der SINGULUS TECHNOLOGIES AG hat den Aufsichtsrat frühzeitig in alle wichtigen Entscheidungen und Prozesse eingebunden und ihn über alle relevanten Vorgänge informiert.

Beanstandungen über die Führung des Unternehmens im Geschäftsjahr 2016 durch den Vorstand der SINGULUS TECHNOLOGIES AG hatte der Aufsichtsrat zu keiner Zeit.

Im Geschäftsjahr 2016 gab es keine Veränderungen in der Zusammensetzung des Aufsichtsrates.

AUFSICHTSRATSSITZUNGEN 2016

Im Geschäftsjahr 2016 fanden insgesamt 15 Sitzungen des Aufsichtsrates statt. Es wurden sieben Präsenzsitzungen und acht Telefonkonferenzen abgehalten. Der Aufsichtsrat war an allen unten stehenden Terminen jeweils vollständig vertreten.

  • Präsenzsitzung am 9. Februar 2016
  • Telefonkonferenz am 3. März 2016
  • Präsenzsitzung am 17. März 2016
  • Telefonkonferenz am 23. März 2016
  • Telefonkonferenz am 12. Mai 2016
  • Telefonkonferenz am 1. Juni 2016
  • Präsenzsitzung am 7. Juni 2016
  • Telefonkonferenz am 11. August 2016
  • Präsenzsitzung am 30. August 2016
  • Präsenzsitzung am 31. August 2016
  • Telefonkonferenz am 19. September 2016
  • Präsenzsitzung am 5. Oktober 2016
  • Telefonkonferenz am 6. Oktober 2016
  • Präsenzsitzung am 9. November 2016
  • Telefonkonferenz am 20. Dezember 2016

Beratung und Kontrolle Des Vorstands durch den Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat hat sich in seinen Sitzungen eingehend mit der finanziellen Restrukturierung des Unternehmens und der Geschäftsentwicklung der SINGULUS TECHNOLOGIES AG im Geschäftsjahr 2016 befasst. Basis für die Berichterstattung durch den Vorstand waren jeweils die Kennzahlen über den Verlauf von Auftragseingang, Umsatz und Ergebnisentwicklung sowie eine kontinuierliche Berichterstattung der Liquiditätslage und der Entwicklung des Eigenkapitals. Der tatsächliche Geschäftsverlauf im Jahr 2016 wurde mit den Zahlen der Unternehmensplanung verglichen und alle Abweichungen sowie die notwendigen Maßnahmen zu eventuellen Korrekturen mit dem Vorstand besprochen. Weiterführende schriftliche und mündliche Berichte des Vorstands, sonstiger Mitarbeiter, der Wirtschaftsprüfer sowie externer Berater haben die Berichterstattung ergänzt.

Die strategische Ausrichtung des Unternehmens wurde zwischen Vorstand und Aufsichtsrat abgestimmt und deren Umsetzung in regelmäßigen Abständen erörtert. Die erforderlichen Investitionspläne wurden diskutiert und im Rahmen der verabschiedeten Strategie analysiert.

Der Aufsichtsrat hat sich von der Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit der besprochenen Geschäftsvorfälle unter besonderer Berücksichtigung der wirtschaftlichen Situation der Gesellschaft überzeugt.

Dem Aufsichtsrat wurden alle Zwischenberichte sowie der Halbjahresfinanzbericht des Geschäftsjahres 2016 termingerecht vor Veröffentlichung zugesandt. Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat die Berichte erläutert und wichtige Kennzahlen und Aussagen detailliert dargestellt. Der Aufsichtsrat hat sich insbesondere die Gewinn- und Verlustrechnung sowie ausgewählte Bilanzpositionen detailliert erläutern lassen. Die Anregungen des Aufsichtsrates zu den einzelnen Zwischenberichten sowie zum Halbjahresfinanzbericht wurden vom Vorstand umgesetzt.

Der Aufsichtsrat wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr regelmäßig über den Gang der Geschäfte und die wirtschaftliche Lage der Unternehmensgruppe informiert. Der Vorstand berichtete dem Aufsichtsrat in monatlichen Berichten über den aktuellen Geschäftsverlauf der einzelnen Segmente, einschließlich der Entwicklung des Marktumfelds und erläuterte Auftragseingang und -bestand und Finanzkennzahlen wie die Entwicklung der Liquidität oder des Eigenkapitals des SINGULUS TECHNOLOGIES Konzerns samt einer Vorschau. Die Liquidität des Unternehmens wurde im gesamten Jahresverlauf dokumentiert und laufend überwacht. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates hat mit dem Vorstand zudem regelmäßig in Einzelgesprächen die Lage der Gesellschaft und ihre weitere Entwicklung erörtert. Hierüber wurde den anderen Mitgliedern des Aufsichtsrates anschließend jeweils berichtet.

Alle zustimmungspflichtigen Geschäfte oder solche, bei denen eine Behandlung im Aufsichtsrat im Unternehmensinteresse erforderlich war, hat der Aufsichtsrat diskutiert und geprüft. Dazu gehörten auch neue Projekte, die eine Ausweitung des bestehenden Leistungsspektrums betreffen.

In sämtliche Entscheidungen, die für das Unternehmen von wesentlicher Bedeutung waren, wurde der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden.

Wirtschaftliche Situation des Unternehmens und finanzielle Restrukturierung

Die schwierige wirtschaftliche Situation des Unternehmens und die Realisierung der operativen und finanzielle Restrukturierung standen auch im Geschäftsjahr 2016 im Fokus der Aufsichtsratssitzungen der ersten Monate. Die Hintergründe der weiterhin schwachen Entwicklung im Segment Optical Disc, die Verzögerungen bei der Auftragserteilung für Produktionsanlagen von Solarzellen sowie die schwache Entwicklung im Segment Halbleiter wurden analysiert und besprochen. Der Aufsichtsrat hat mit dem Vorstand die Marktsituation in den einzelnen Segmenten diskutiert und alle wirtschaftlichen und finanziellen Eckdaten eingehend erörtert.

Im Geschäftsjahr 2016 wurde vom Vorstand bis zum Abschluss der finanziellen Restrukturierung laufend die Fortbestehensprognose der Gesellschaft überwacht und dem Aufsichtsrat darüber berichtet. Der Vorstand hat die vom Aufsichtsrat angeforderten Informationen, etwa zu dem Überschuldungs- und Liquiditätsstatus der Gesellschaft, jeweils zeitnah bereitgestellt. Die Gesellschaft hat die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main (PwC),mit der laufenden Prüfung der Liquiditätssituation auf Konzern- und Einzelebene und einem kontinuierlichen Monitoring der aktuellen Entwicklungen beauftragt.

Nach Verhandlungen mit dem gemeinsamen Vertreter der Anleihegläubiger, der in der Anleihegläubigerversammlung vom 29. Oktober 2015 gewählt worden war, hatte die Gesellschaft eine Einigung am 21. Dezember 2015 auf ein Konzept zur finanziellen Restrukturierung der Gesellschaft erzielt. Der Aufsichtsrat hat diesem Konzept zugestimmt. Es stellte eine gute Lösung dar, indem die Interessen der Anleihegläubiger und Aktionäre jeweils angemessen berücksichtigt wurden und dem Unternehmen die Perspektive geboten wurde, wieder am Markt erfolgreich zu sein und zur Profitabilität zurückzukehren.

Die Anleihegläubigerversammlung der SINGULUS TECHNOLOGIES AG hatte dann am 15. Februar 2016 die Restrukturierung der SINGULUS-Anleihe, basierend auf dem vorliegenden Konzept, beschlossen, der die außerordentliche Hauptversammlung am 16. Februar 2016 in Folge ebenfalls zugestimmt hat. Die SINGULUS TECHNOLOGIES AG konnte danach die beschlossene Restrukturierung der SINGULUS-Anleihe zügig umsetzen. Bereits im ersten Quartal 2016 waren insbesondere die Stundung der Zinsen unter der SINGULUS-Anleihe bis zum 23. März 2017 und der temporäre Verzicht auf bestimmte Kündigungsrechte wirksam geworden.

Der Beschluss der außerordentlichen Hauptversammlung über die Herabsetzung des Grundkapitals wurde mit Wirkung zum 6. Juni 2016 realisiert und die Umstellung der Notierung der Aktien der SINGULUS TECHNOLOGIES AG erfolgte im Verhältnis 160 : 1 an der Frankfurter Wertpapierbörse.

Die Gläubiger der SINGULUS-Anleihe hatten zudem am 15. Februar 2016 beschlossen, die von ihnen gehaltenen Schuldverschreibungen der SINGULUS-Anleihe auf die Abwicklungsstelle zu übertragen und im Gegenzug je Schuldverschreibung der SINGULUS-Anleihe entsprechende Erwerbsrechte auf Neue Aktien und auf Neue besicherte Schuldverschreibungen zu erhalten. Innerhalb der Erwerbsfrist konnten die ehemaligen Anleihegläubiger die ihnen insgesamt zustehenden Erwerbsrechte sodann ausüben.

Die nicht im Rahmen des Erwerbsangebots bezogenen Neuen Aktien und Neuen Schuldverschreibungen wurden den ehemaligen Anleihegläubigern, bezugsberechtigten Aktionären und Individualzeichnern öffentlich angeboten und aufgrund der abgegebenen Angebote verwertet.

Als letzten Schritt der finanziellen Restrukturierung hat SINGULUS TECHNOLOGIES im Rahmen einer Bezugsrechtskapitalerhöhung 2.021.938 Neue Aktien zu einem Bezugspreis von 3,25 € pro Neue Aktie durchgeführt. Sämtliche angebotenen Aktien wurden durch Ausübung der Bezugsrechte und des Mehrbezugs von den Bezugsrechtsinhabern gezeichnet. Das Grundkapital der Gesellschaft von 6.065.814 € erhöhte sich dadurch um 2.021.938 € auf 8.087.752 €.

Weitere Informationen befinden sich auf Seite 50 des Geschäftsberichtes.

Weiterentwicklung des Unternehmens

Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat in allen Sitzungen des Geschäftsjahres 2016 die jeweils aktuellen Analysen und Erkenntnisse für die SINGULUS TECHNOLOGIES Produkte in den verschiedenen Marktsegmenten zur Verfügung gestellt.

Die erwartete Erholung des Solarmarktes hat sich im Geschäftsjahr 2016 verfestigt. Der Mitte 2016 unterzeichnete Großauftrag über Produktionsanlagen für CIGS-Solarzellen wurde in allen Schritten diskutiert und der Vorstand hat den Aufsichtsrat über die laufenden Gespräche mit dem Kunden unterrichtet. Die fälligen Anzahlungen für die Anlagen des ersten Produktionsstandortes wurden in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2016 geleistet. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat zudem über alle weiteren größeren Solarprojekte informiert und den jeweiligen Status vorgestellt.

Das schwache Produktionsvolumen für Optical Disc lässt für die Zukunft einen schwachen Markt für neue Blu-ray Disc-Produktionsanlagen erwarten. Die zögerliche Einführung des neuen Blu-ray Disc-Formats „Ultra HD Blu-ray“ gibt für das laufende Geschäftsjahr keine Impulse für neue Investitionen. SINGULUS TECHNOLOGIES ist in Gesprächen mit allen wichtigen Disc-Herstellern, sieht aber derzeit nur eine geringe Bereitschaft bei den Kunden, in die neue Anlagentechnik BLULINE III für Blu-ray Discs mit bis zu 100 GB Speicherkapazität zu investieren. Für die absehbare Zukunft wird jedoch weiterhin ein stabiles Service- und Ersatzteilgeschäft in diesem Segment erwartet.

Der Aufsichtsrat ließ sich auch über die Herausforderungen im Segment Halbleiter informieren und hat mit dem Vorstand die weitere Entwicklung dieses Segmentes diskutiert.

Der Aufsichtsrat hat intensiv den notwendigen strukturellen Wandel des Unternehmens mit dem Vorstand besprochen und die strategische Ausrichtung von SINGULUS TECHNOLOGIES auf neue Anwendungen und Geschäftsfelder diskutiert. Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat mögliche neue Anwendungsfelder der relevanten Technologien vorgestellt und entsprechende Erweiterungsmöglichkeiten besprochen.

AUFSICHTSRATSANGELEGENHEITEN

Die am 31. August 2016 von der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft gewählten Mitglieder des Aufsichtsrates, namentlich Herr Dr.-Ing. Wolfhard Leichnitz, Frau Christine Kreidl, WP/StB, und Herr Dr. rer. nat. Rolf Blessing traten nach Annahme ihrer Wahl zu einer konstituierenden Aufsichtsratssitzung zusammen. Alle Mitglieder des Aufsichtsrates erklärten den Verzicht auf die Einhaltung der gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorgaben für die Form und Frist der Einberufung und die Abhaltung der Sitzung.

Zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates wurde Herr Dr.-Ing. Wolfhard Leichnitz gewählt. Die Wahl gilt für die Zeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das vierte Geschäftsjahr nach dem Beginn der Amtszeit beschließt, wobei das Geschäftsjahr, in dem die Amtszeit beginnt, nicht mitgerechnet wird. Herr Dr.-Ing. Leichnitz hat die Wahl angenommen. Zur stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates wurde Frau Christine Kreidl, WP/StB, gewählt. Die Wahl gilt für die Zeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das vierte Geschäftsjahr nach dem Beginn der Amtszeit beschließt, wobei das Geschäftsjahr, in dem die Amtszeit beginnt, nicht mitgerechnet wird. Frau Kreidl, WP/StB, hat die Wahl angenommen.

Von der Bildung eines Prüfungs-, Nominierungs- oder sonstigen Aufsichtsratsausschusses hat der Aufsichtsrat auch im Geschäftsjahr 2016 abgesehen, da bei einem dreiköpfigen Aufsichtsrat eine sachgerechte Wahrnehmung der Aufgaben des Aufsichtsrates im Plenum stattfinden kann. Ausschüsse lassen in diesem Fall weder eine Effizienzsteigerung noch eine verbesserte Behandlung komplexer Sachverhalte oder eine effizientere oder bessere Wahrnehmung der Aufgaben des Aufsichtsrates im Zusammenhang mit Fragen der Rechnungslegung, des Risikomanagements oder der Abschlussprüfung erwarten.

RICHTLINIE 2014/56/EU ZUR ÄNDERUNG DER „ABSCHLUSSPRÜFERRICHTLINIE“ (RICHTLINIE 2006/43/EG) SOWIE VERORDNUNG (EU) NR. 537/2014 ÜBER DIE SPEZIFISCHEN ANFORDERUNGEN AN DIE ABSCHLUSSPRÜFUNG BEI UNTERNEHMEN VON ÖFFENTLICHEM INTERESSE

Als Konsequenz der Finanzmarktkrise wurden auf europäischer Ebene die Richtlinie 2014/56/EU zur Änderung der „Abschlussprüferrichtlinie“ (Richtlinie 2006/43/EG) sowie die Verordnung (EU) Nr. 537/2014 über die spezifischen Anforderungen an die Abschlussprüfung bei Unternehmen von öffentlichem Interesse erlassen. Auf nationaler Ebene erfolgte die Umsetzung der Richtlinie 2014/56/EU durch das Abschlussprüferaufsichtsreformgesetz und das am 17. März 2016 verabschiedete Abschlussprüfungsreformgesetz (AReG), das auch Regelungen zur Ausführung der unmittelbar geltenden Verordnung (EU) Nr. 537/2014 enthält.

Die oben genannten Regelungen haben insbesondere Auswirkungen auf die vorherige Billigung von Nichtprüfungsleistungen, die durch Abschlussprüfer erbracht werden, sie enthalten erhöhte Anforderungen an die Aufsichtsrats- bzw. Prüfungsausschussmitglieder und regulieren das Auswahlverfahren für zukünftig zu bestellende Abschlussprüfer.

Der Aufsichtsrat hat die entsprechenden Konsequenzen für die SINGULUS TECHNOLOGIES AG eingehend erörtert und eine Anpassung der Geschäftsordnungen von Aufsichtsrat und Vorstand beschlossen. In seiner Sitzung vom 26. Januar 2017 hat der Aufsichtsrat zudem Leitlinien erlassen, nach denen bestimmte Arten von Nichtprüfungsleistungen gebilligt werden. Zur Sicherstellung einer gruppenweiten Einhaltung der Leitlinien hat das Unternehmen eine zentrale Funktionsstelle eingerichtet, die die genehmigten Nichtprüfungsleistungen vor Erteilung des Auftrags freigeben soll.

Interessenkonflikte

Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind und über die die Hauptversammlung informiert werden soll, sind im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht aufgetreten.

Aktienbesitz der Aufsichtsratsmitglieder

Der Aktienbesitz der Aufsichtsratsmitglieder wird sowohl im Geschäftsbericht als auch im Internet veröffentlicht (eine detaillierte Darstellung befindet sich in den Erläuterungen auf Seite 33 des Geschäftsberichtes 2016).

Corporate Governance

Die SINGULUS TECHNOLOGIES AG und ihr Aufsichtsrat bekennen sich zu den Grundsätzen ordnungsgemäßer und verantwortungsvoller Unternehmensführung. Vorstand und Aufsichtsrat haben eine Entsprechenserklärung gem. § 161 AktG und Ziff. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex („Kodex“) abgegeben, wonach die Gesellschaft den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex mit Ausnahme der genannten und begründeten Abweichungen entspricht. Die Entsprechenserklärung wurde im Januar 2017 auf der Homepage des Unternehmens veröffentlicht. Die ausführliche Darstellung im Corporate Governance Bericht sowie die aktuelle Entsprechenserklärung ist auf den Seiten 24 bis 33 des Geschäftsberichtes 2016 dargestellt.

VORSTANDSANGELEGENHEITEN

Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 17. März 2016 mit dem Vorstand Zielvereinbarungen für das Geschäftsjahr 2016 diskutiert und diese verabschiedet. Die Zielvereinbarungen sind Grundlage für die Bemessung der variablen Gehaltsbestandteile der Vorstände. In seiner Sitzung am 14. März 2017 beschloss der Aufsichtsrat für beide Vorstandsmitglieder die Grade der Zielerreichung auf Basis der vorläufigen Prognoserechnungen. Zu diesem Zweck beurteilte der Aufsichtsrat alle Ziele personenbezogen und überprüfte den jeweiligen Zielerreichungsgrad. Der Aufsichtsrat würdigte insgesamt die Leistungen des Vorstands im abgelaufenen Geschäftsjahr und äußerte sich positiv über den Einsatz, das Engagement und die qualitativen Ergebnisse.

Aufgrund der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Situation der Gesellschaft hatte der Vorstand dem Aufsichtsrat vorgeschlagen, in 2016 die für das Vorjahr beschlossenen Gehaltskürzungen um 20 % beizubehalten und auf die Anpassung der Vergütung auf das vertragliche Niveau in 2016 zu verzichten. Der Aufsichtsrat hatte die Initiative des Vorstands begrüßt und beschloß in Anbetracht der weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Lage, die Herabsetzung der Festgehälter beider Vorstandsmitglieder im Umfang von 20 % für das Geschäftsjahr 2016 beizubehalten. Einzelheiten dazu enthält der Vergütungsbericht auf den Seiten 92 bis 103 des Geschäftsberichtes 2016.

Risikomanagement

Die SINGULUS TECHNOLOGIES AG unterliegt gemäß den einschlägigen, aktien- und handelsrechtlichen Regelungen den besonderen Anforderungen eines internen Risikomanagementsystems. Das entsprechende Überwachungssystem wird jeweils an die aktuellen Entwicklungen angepasst. Der Aufsichtsrat hat sich in seiner Sitzung am 9. November 2016 vom Vorstand über das Risikomanagementsystem berichten lassen und die Effizienz des Systems inhaltlich gewürdigt. Der Aufsichtsrat hält das Überwachungssystem der SINGULUS TECHNOLOGIES AG für zielführend und hinreichend und teilt die Risikobeurteilung des Vorstands in allen Punkten (der Risikobericht befindet sich auf Seite 76 des Geschäftsberichtes 2016).

In der zweiten Hälfte des letzten Geschäftsjahres haben Vorstand und Aufsichtsrat an einem Workshop zur Umsetzung der Compliance Richtlinie in der Praxis teilgenommen. Der Aufsichtsrat hat sich hierbei vergewissert, dass der Vorstand ein geeignetes Compliance System eingerichtet hat.

Jahres- und Konzernabschluss sowie Lagebericht

Der geprüfte Jahresabschluss der SINGULUS TECHNOLOGIES AG, der geprüfte Konzernabschluss sowie der zusammengefasste Lagebericht zum 31. Dezember 2016 waren Gegenstand der bilanzfeststellenden Aufsichtsratssitzung am 14. März 2017. Der Vorstand hat den Jahresabschluss und den Lagebericht der SINGULUS TECHNOLOGIES AG für das Geschäftsjahr 2016 gemäß den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte nach den International Financial Reporting Standards (IFRS). Der Konzernabschluss wurde um einen entsprechenden Konzernlagebericht ergänzt, der gemäß § 315 Abs. 3 i. V. m. § 298 Abs. 3 Satz 1 HGB mit dem Lagebericht zum Einzelabschluss zusammengefasst wurde. Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main (KPMG), hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht unter Einbeziehung der Buchführung geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Den Mitgliedern des Aufsichtsrates lagen die geprüften Abschlüsse, der zusammengefasste Lagebericht sowie die Prüfberichte der KPMG rechtzeitig zur Prüfung vor. In der Sitzung am 14. März 2017 waren die zuständigen Abschlussprüfer anwesend, die die Ergebnisse der Prüfung erläuterten und Fragen der Aufsichtsratsmitglieder umfassend beantworteten.

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht sowie die Prüfergebnisse der Abschlussprüfer weiter diskutiert und keinen Grund zu Beanstandungen gesehen. Die Abschlüsse und der zusammengefasste Lagebericht wichen nicht wesentlich von den unterjährigen Berichten des Vorstands an den Aufsichtsrat ab. Die Annahmen, die der Fortbestehensprognose zu Grunde liegen, sowie die Schlussfolgerungen, die der Vorstand und die KPMG daraus gezogen haben, wurden erneut diskutiert. Nachfragen der Mitglieder des Aufsichtsrates beantworteten der Vorstand und die anwesenden Abschlussprüfer in der gebotenen Ausführlichkeit.

Einwände seitens des Aufsichtsrates gegen den Jahresabschluss der SINGULUS TECHNOLOGIES AG, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht zum 31. Dezember 2016 sowie die Prüfung durch die KPMG gab es nicht.

Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 14. März 2017 den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der SINGULUS TECHNOLOGIES AG, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht gebilligt. Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss sind folglich festgestellt.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr großes Engagement im vergangenen Geschäftsjahr 2016 und wünscht für das Geschäftsjahr 2017 viel Erfolg.

Kahl am Main, im März 2017

Dr.-Ing. Wolfhard Leichnitz

Vorsitzender des Aufsichtsrates