SINGULUS
TECHNOLOGIES

Geschäftsbericht 2017

BERICHT DES AUFSICHTSRATES

AN DIE AKTIONÄRE DER SINGULUS TECHNOLOGIES AG

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
das Geschäftsjahr 2017 war für unser Unternehmen ein herausforderndes Jahr, in dem wir jedoch den notwendigen finanziellen Handlungsspielraum für die SINGULUS TECHNOLOGIES AG sichern und in wichtigen Bereichen unsere führende Position im internationalen Wettbewerb festigen konnten.


Die SINGULUS TECHNOLOGIES AG ist ein Anbieter von Maschinen und Produktionsanlagen für die Gebiete Vakuum-Dünnschicht- und Plasma-Beschichtung, nasschemische Verfahren sowie für thermische Prozesstechniken.

Im Segment Solar sind wir im Geschäftsjahr 2017 sehr erfolgreich gewesen. Wir konnten uns inzwischen zum führenden Anbieter für die verschiedenen Fertigungsmaschinen für die Herstellung von Dünnschicht- Solarmodulen nach dem CIGS-Prinzip etablieren. Auch bei den kristallinen Hochleistungszellen erarbeiten wir uns Schritt für Schritt eine führende Position im internationalen Wettbewerb. Durch die Integration unserer Erfahrungen in der Vakuum-Beschichtungstechnik, der Plasmatechnik sowie der nasschemischen und thermischen Prozesstechniken arbeiten wir klare Wettbewerbsvorteile für unsere Anlagen heraus und bieten diese unseren Kunden an. In einem global wachsenden Energiemarkt, der sich immer stärker auf die Photovoltaik als Energieressource der Zukunft ausrichtet, sehen wir hier mittelfristig ein hohes Wachstumspotenzial für unser Unternehmen.

Die Strategie von SINGULUS TECHNOLOGIES ist darauf ausgerichtet, die Kernkompetenzen in der Verfahrenstechnik und im Maschinenbau zu nutzen, um über innovative Maschinen- und Anlagenkonzepte weitere Märkte zu erschließen.



Unsere Kernkompetenzen zur Veränderung und Verbesserung von Oberflächen werden wir zielgerichtet bei Produktionsanlagen für Halbleiter, Konsumgüter, z. B. für den Bereich Kosmetik, sowie für das Gebiet Medizintechnik einsetzen. Wir haben Lösungsangebote entwickelt, führen diese in den Märkten ein und werden weitere innovative Konzepte und Anlagen vorstellen. Erste Erfolge bestärken uns in unserer Strategie und Vorgehensweise. Dies wird uns in den kommenden Jahren zusehends Wettbewerbsvorteile verschaffen und damit nachhaltig erfolgreich machen.

Die weiteren Details zur Entwicklung des Unternehmens werden Ihnen im Lagebericht ausführlich erläutert.

Der Bericht des Aufsichtsrates informiert Sie über die Schwerpunkte der Tätigkeit des Aufsichtsrates im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Im Geschäftsjahr 2017 hat der Aufsichtsrat alle gesetzlichen und satzungsmäßigen Aufgaben wahrgenommen und die Vorgaben der Geschäftsordnung des Aufsichtsrates befolgt. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand bei der Leitung der SINGULUS TECHNOLOGIES AG regelmäßig beraten und die Tätigkeit des Vorstands konstant überwacht. Der Vorstand der SINGULUS TECHNOLOGIES AG hat den Aufsichtsrat frühzeitig in alle wichtigen Entscheidungen und Prozesse eingebunden und ihn über alle relevanten Vorgänge informiert.

Beanstandungen über die Führung des Unternehmens im Geschäftsjahr 2017 durch den Vorstand der SINGULUS TECHNOLOGIES AG hatte der Aufsichtsrat zu keiner Zeit.

Im Geschäftsjahr 2017 gab es keine Veränderungen in der Zusammensetzung des Aufsichtsrates.

AUFSICHTSRATSSITZUNGEN 2017

Im Geschäftsjahr 2017 fanden insgesamt zehn Sitzungen des Aufsichtsrates statt. Es wurden fünf Präsenzsitzungen und fünf Telefonkonferenzen abgehalten. Der Aufsichtsrat war an allen untenstehenden Terminen jeweils vollständig vertreten.

  • Präsenzsitzung am 26. Januar 2017
  • Telefonkonferenz am 6. März 2017
  • Präsenzsitzung am 14. März 2017
  • Telefonkonferenz am 10. Mai 2017
  • Präsenzsitzung am 19. Juni 2017
  • Telefonkonferenz am 8. August 2017
  • Präsenzsitzung am 28. September 2017
  • Telefonkonferenz am 6. November 2017
  • Präsenzsitzung am 29. November 2017
  • Telefonkonferenz am 6. Dezember 2017

BERATUNG UND KONTROLLE DES VORSTANDS DURCH DEN AUFSICHTSRAT


Der Aufsichtsrat hat sich in seinen Sitzungen intensiv mit der Geschäftsentwicklung der SINGULUS TECHNOLOGIES AG im Geschäftsjahr 2017 befasst. Basis für die Berichterstattung durch den Vorstand waren jeweils die Kennzahlen über den Verlauf von Auftragseingang, Umsatz und Ergebnisentwicklung. Besondere Beachtung fand die kontinuierliche Berichterstattung der Liquiditätslage und der Entwicklung des Eigenkapitals. Der tatsächliche Geschäftsverlauf im Jahr 2017 wurde mit den Zahlen der Unternehmensplanung verglichen. Alle Abweichungen wurden dokumentiert und die notwendigen Maßnahmen zu eventuellen Korrekturen mit dem Vorstand besprochen. Weiterführende schriftliche und mündliche Berichte des Vorstands, sonstiger Mitarbeiter, der Wirtschaftsprüfer sowie externer Berater haben die Berichterstattung ergänzt.

Die Fortentwicklung der strategischen Ausrichtung des Unternehmens wurde zwischen Vorstand und Aufsichtsrat abgestimmt und deren Umsetzung in regelmäßigen Abständen erörtert. Die erforderlichen Investitionspläne wurden im Rahmen der verabschiedeten Strategie analysiert und beschlossen.

Der Aufsichtsrat hat sich von der Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit der besprochenen Geschäftsvorfälle unter besonderer Berücksichtigung der wirtschaftlichen Situation der Gesellschaft überzeugt.

Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat alle Zwischenberichte sowie den Halbjahresfinanzbericht des Geschäftsjahres 2017 termingerecht vor Veröffentlichung zugesandt. Die Berichte wurden vom Vorstand erläutert und wichtige Kennzahlen und Aussagen detailliert dargestellt. Der Aufsichtsrat hat sich insbesondere die Gewinn- und Verlustrechnung, die Liquiditätslage und die Entwicklung des Eigenkapitals sowie weitere ausgewählte Bilanzpositionen detailliert erläutern lassen. Die Anregungen des Aufsichtsrates zu den einzelnen Zwischenberichten sowie zum Halbjahresfinanzbericht wurden vom Vorstand umgesetzt.

Der Aufsichtsrat wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr regelmäßig über den Gang der Geschäfte und die wirtschaftliche Lage der Unternehmensgruppe informiert. Der Vorstand berichtete dem Aufsichtsrat in monatlichen Berichten über den aktuellen Geschäftsverlauf der einzelnen Segmente, einschließlich der Entwicklung des Marktumfelds, und erläuterte Auftragseingang und -bestand sowie wichtige Finanzkennzahlen. Die Entwicklung des Eigenkapitals des SINGULUS TECHNOLOGIES Konzerns sowie die Entwicklung des Eigenkapitals der SINGULUS TECHNOLOGIES Aktiengesellschaft waren Thema in jeder Sitzung des Aufsichtsrates. Die Liquidität des Unternehmens wurde im gesamten Jahresverlauf dokumentiert und laufend überwacht. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates hat mit dem Vorstand zudem regelmäßig in Einzelgesprächen die Lage der Gesellschaft und ihre weitere Entwicklung erörtert. Hierüber wurde den anderen Mitgliedern des Aufsichtsrates anschließend jeweils berichtet.

Alle zustimmungspflichtigen Geschäfte oder solche, bei denen eine Behandlung im Aufsichtsrat im Unternehmensinteresse erforderlich war, hat der Aufsichtsrat diskutiert und geprüft. Dazu gehörten besonders auch neue Projekte, die eine Ausweitung des bestehenden Leistungsspektrums betreffen. In sämtliche Entscheidungen, die für das Unternehmen von wesentlicher Bedeutung waren, wurde der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden.

ANZEIGE DES VERLUSTS IN HÖHE DER HÄLFTE DES GRUNDKAPITALS DER SINGULUS TECHNOLOGIES AKTIENGESELLSCHAFT GEM. §92 ABS. 1 AKTG


Der Vorstand hat den Aufsichtsrat darüber informiert, dass am 21. September 2017 eine Verlustanzeige gem. § 92 Abs. 1 AktG bekanntgegeben wurde. In der SINGULUS TECHNOLOGIES Aktiengesellschaft war im Zwischenabschluss gem. HGB zum 31. August 2017 ein Verlust im laufenden Geschäftsjahr in Höhe von 16,7 Mio. € eingetreten, durch den mehr als die Hälfte des Grundkapitals verzehrt worden war. Das Eigenkapital zum 31. August 2017 gem. HGB betrug 3,7 Mio. € gegenüber 20,4 Mio. € zum 31. Dezember 2016. Der Verlust resultierte hauptsächlich aus dem verzögerten Ausweis von Umsatzerlösen nach HGB. Nach den Grundsätzen des HGB sind die Umsatzerlöse erst mit der finalen Abnahme der gelieferten Anlagen zu realisieren. Die Ursache lag im Wesentlichen in der noch kommenden Abnahme der Anlagen für die erste neue Fabrik am Standort Bengbu, Provinz Anhui, für CIGS-Dünnschicht-Solarzellen in China.

Der Vorstand der SINGULUS TECHNOLOGIES Aktiengesellschaft hat dann unverzüglich eine außerordentliche Hauptversammlung für den 29. November 2017 einberufen. Die Einladung zur außerordentlichen Hauptversammlung wurde am 2. Oktober 2017 im Bundesanzeiger veröffentlicht. In der außerordentlichen Hauptversammlung hat der Vorstand den Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals angezeigt und die Lage der Gesellschaft erörtert.

WIRTSCHAFTLICHE SITUATION DES UNTERNEHMENS


Die operative und bilanzielle Sanierung des Unternehmens konnte im Geschäftsjahr 2017 abgeschlossen werden.

Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat in allen Sitzungen des Geschäftsjahres 2017 die jeweils aktuellen Analysen und Erkenntnisse für die SINGULUS TECHNOLOGIES Segmente dargestellt und umfangreiche Informationen über die verschiedenen Marktsegmente zur Verfügung gestellt.

Die bereits im Geschäftsjahr 2016 erwartete Erholung des Solarmarktes hat sich im Geschäftsjahr 2017 bestätigt. Die Entwicklung und Bearbeitung des Mitte 2016 erhaltenen Großauftrags über Produktionsanlagen für CIGS-Solarzellen wurde in allen Schritten im Aufsichtsrat diskutiert und der Vorstand hat den Aufsichtsrat über die laufenden Gespräche mit dem Kunden unterrichtet. Die Errichtung der Anlagen für die erste Fabrik am Standort Bengbu, Provinz Anhui, des chinesischen Staatskonzerns China National Building Materials, Peking China (CNBM), wurde im laufenden Geschäftsjahr weitestgehend abgeschlossen, die Testphase und die finale Abnahme der Maschinen hat begonnen. Der Vorstand beaufsichtigt das Projekt im Detail in regelmäßig stattfindenden Projektleitungssitzungen. Dem Aufsichtsrat wurde in allen Sitzungen über den Verlauf des Projekts berichtet.

Der Vorstand hat den Aufsichtsrat auch über die laufenden Gespräche mit den Vertretern des Kunden CNBM informiert. Im Hinblick auf die verzögerte erste Anzahlung für den zweiten Standort Meishan, Provinz Sichuan, wurde dem Vorstand im Rahmen eines Treffens zwischen Vorstand und dem Kunden im September 2017 von CNBM bestätigt, dass die Mittel für die ausstehende Anzahlung dem Kunden bereits zur Verfügung stünden, aber noch nicht endgültig freigegeben seien. Es wurde auch zugesichert, dass mit der Errichtung der Fabrik am Standort Meishan, Provinz Sichuan, kurzfristig begonnen werde. Die Verzögerung der Anzahlung, die damit verbundene Verzögerung der Errichtung der Fabrik und das einhergehende Ausbleiben der geplanten Umsatzbeiträge haben dazu geführt, dass die Prognose für das Geschäftsjahr 2017 korrigiert werden musste. Dies ist durch die Ad-hoc Meldung vom 26. September 2017 erfolgt.

CNBM hat inzwischen den Bau von vier Produktionsstandorten für CIGS-Dünnschicht-Solarmodule in China begonnen, die jeweils eine erste Ausbaustufe von 300 MW Produktionskapazität haben sollen. Während an drei dieser Standorte die Produktionsgebäude derzeit noch errichtet werden, werden am ersten Standort Bengbu, Provinz Anhui, die Anlagen für die kommende Produktion der CIGS-Dünnschicht-Solarmodule bereits planmäßig in Betrieb genommen. Die Anlagen für den derzeit noch im Bau befindlichen Standort Meishan, Provinz Sichuan, hatte CNBM bereits im vergangenen Jahr im Rahmen des laufenden Großauftrags mitbeauftragt. SINGULUS TECHNOLOGIES hat Ende Februar 2018 einen ersten Teil der vereinbarten Anzahlung für den bereits im Jahr 2016 abgeschlossenen Vertrag zur Lieferung von Produktionsanlagen für CIGS-Solarmodule erhalten. SINGULUS TECHNOLOGIES rechnet mit einer kurz- bis mittelfristigen Vergabe der Aufträge für die beiden noch verbleibenden, im Bau befindlichen Standorte.

Im Zusammenhang mit dem weiteren Ausbau der gemeinsamen Geschäftstätigkeit mit der SINGULUS TECHNOLOGIES AG strebt CNBM den Erwerb einer Minderheitsbeteiligung an der SINGULUS TECHNOLOGIES AG an. So hat CNBM unsere Gesellschaft am 2. Januar 2018 über den Abschluss von Kaufverträgen zum Erwerb von bis zu rund 18 % der Aktien der SINGULUS TECHNOLOGIES AG informiert (Signing). Der Eigentumsübergang (Closing) der Aktien von den bisherigen Aktionären auf CNBM soll nach dem Erhalt der erforderlichen Genehmigungen durch die zuständigen Kartellbehörden sowie den verantwortlichen chinesischen Regierungsstellen erfolgen. Aufsichtsrat und Vorstand sehen diese Entwicklung positiv, da mit diesem global tätigen Großkonzern ein wichtiger Kunde der Gesellschaft weitere Stabilität verleiht und das Wachstum in interessanten Märkten noch fördern kann.

Der Vorstand hat den Aufsichtsrat zudem über alle weiteren größeren Solarprojekte informiert und den jeweiligen Status vorgestellt. Ein besonderes Augenmerk wurde auf die Entwicklung des Marktes für kristalline Hochleistungszellen auf Basis der Heterojunction-Technologie (HJT) gelegt. Die chinesische Regierung unterstützt den lokalen Aufbau von Produktionskapazitäten in der Photovoltaik für HJT. Für die Fertigung solcher HJT-Zellen bietet SINGULUS TECHNOLOGIES mit der SILEX II, die im Markt führende nasschemische Anlage an und hat mit der GENERIS PVD den zweiten wichtigen Fertigungsschritt im Markt platziert. Im Geschäftsjahr 2018 soll mit der PECVD Anlage der dritte wichtige Fertigungsschritt für HJT angeboten werden. Der Markt für diese Hochleistungszellen wird für die Zukunft auf jährlich über 20 GW geschätzt. China strebt hierbei eine führende Position im Weltmarkt für Photovoltaik an, um den steigenden Energieverbrauch im eigenen Land sowie den weltweiten auch durch den Einsatz erneuerbarer Energiequellen zu decken. Parallel dazu strebt China für die Photovoltaik an, auch die Entwicklungskapazitäten im eigenen Land aufzubauen und den Maschinen- und Anlagenbau in China zu fördern. Mit dem Aufsichtsrat wurden deshalb die Pläne zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit den beiden chinesischen Firmen Golden Concord Holdings Limited (GCL) und China Intellectual Electric Power Technology Co., Ltd. (CIE) diskutiert. Der Aufsichtsrat hat diesen Plänen zugestimmt und am 13. Oktober 2017 hat SINGULUS TECHNOLOGIES die Unterzeichnung einer Vereinbarung für die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit den chinesischen Unternehmen GCL und CIE bekannt gegeben. Bei GCL handelt es sich um eines der weltgrößten Unternehmen im Bereich Solarenergie; CIE hat sich auf die Entwicklung hocheffizienter HJT-Solarzellen fokussiert. Ziel des Gemeinschaftsunternehmens ist die Entwicklung, die Optimierung, der Bau sowie der Vertrieb von gesamten Produktionslinien zur Herstellung von hocheffizienten Solarzellen auf Basis der HJT. CIE und GCL werden in dem Gemeinschaftsunternehmen die Prozesstechnologie weiterentwickeln und streben an, die hocheffizienten Solarzellen selbst zu produzieren. SINGULUS TECHNOLOGIES wird in dem Gemeinschaftsunternehmen mit Sitz in China einen Minderheitenanteil übernehmen und für dessen Kompetenz im Maschinenbau verantwortlich zeichnen. Weiterhin wurden die Pläne für den Aufbau einer eigenen Vertriebs- und Service-Organisation seitens SINGULUS TECHNOLOGIES in China besprochen und durch den Aufsichtsrat genehmigt.

Das im Geschäftsjahr 2017 schwache Produktionsvolumen für Optical Disc lässt auch für die Zukunft einen schwachen Markt für neue Blu-ray Disc-Produktionsanlagen erwarten. Die zögerliche Einführung des neuen Blu-ray Disc-Formats „Ultra HD Blu-ray“ gibt für das laufende Geschäftsjahr keine wesentlichen Impulse für neue Investitionen. Das laufende Service- und Ersatzteilgeschäft für die in der Vergangenheit in diesem Segment verkauften Anlagen zeigt sich immerhin noch relativ stabil.

Der Aufsichtsrat ließ sich auch über die Herausforderungen im Segment Halbleiter informieren und hat mit dem Vorstand die weitere Entwicklung dieses Segments diskutiert. Der Vorstand hat dargelegt, dass in Asien mit Schwerpunkt China ein steigendes Interesse an der Anlagentechnik von SINGULUS TECHNOLOGIES besteht. Auch aus den USA wurden weitere Aufträge speziell für ROTARIS-Anlagen für die Chip–Entwicklung erteilt.

Der Aufsichtsrat hat den notwendigen strukturellen Wandel des Unternehmens intensiv mit dem Vorstand besprochen und die strategische Ausrichtung der Geschäftstätigkeit von SINGULUS TECHNOLOGIES auf neue Anwendungen und Geschäftsfelder diskutiert. Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat die neuen Anwendungsfelder Kosmetik und Medizintechnik mit den relevanten Technologien vorgestellt. Besonders der Einstieg in den Markt für Medizintechnik wurde detailliert erörtert.

Die Medizinbranche, heute oft im Begriff Life Science zusammengefasst, ist einer der wichtigsten Wachstumsmärkte der Zukunft, nicht zuletzt durch den demographischen Wandel, der steigenden Anzahl von medizinischen Innovationen, den Aufbau der Gesundheitsysteme in Schwellenländern und die Zunahme von Zivilisationskrankheiten.

SINGULUS TECHNOLOGIES hat Anfang November 2017 bekanntgegeben, dass das Unternehmen den strategisch wichtigen Markteintritt in den Wachstumsmarkt Medizintechnik gestartet und bereits den ersten Vertrag mit einem Umfang von über 10 Mio. € für den Verkauf von Prozessanlagen zur Bearbeitung von Kontaktlinsen erhalten hat. Die Gesellschaft hat ihre Prozesse auf die hohen Ansprüche in der Medizintechnik an Beschaffenheit und Funktionalität und damit an die Qualität der Produkte und der erforderlichen Herstellungs- und Bearbeitungsverfahren ausgerichtet. Damit ist SINGULUS TECHNOLOGIES bereits heute ein weltweit zuverlässiger Partner für internationale Kunden aus den Bereichen Pharma und Healthcare.

AUFSICHTSRATSANGELEGENHEITEN


Für das Geschäftsjahr 2017 standen keine Wahlen zum Aufsichtsrat an.

Von der Bildung eines Prüfungs-, Nominierungs- oder sonstigen Aufsichtsratsausschusses hat der Aufsichtsrat auch im Geschäftsjahr 2017 abgesehen, da bei einem dreiköpfigen Aufsichtsrat eine sachgerechte Wahrnehmung der Aufgaben des Aufsichtsrates im Plenum stattfinden kann. Ausschüsse lassen in diesem Fall weder eine Effizienzsteigerung noch eine verbesserte Behandlung komplexer Sachverhalte oder eine effizientere oder bessere Wahrnehmung der Aufgaben des Aufsichtsrates im Zusammenhang mit Fragen der Rechnungslegung, des Risikomanagements oder der Abschlussprüfung erwarten.

Der Aufsichtsrat hat sich in seiner Sitzung vom 28. September 2017 einer Effizienzprüfung unterzogen und entsprechende Verbesserungen identifiziert und diese beschlossen. Der Aufsichtsrat ließ sich auch über neue Rechtsvorschriften unterrichten und belehren.

Ein Schwerpunkt waren dabei die Informationen über die Veränderungen, die sich aufgrund der in 2016 in Kraft getretenen Marktmissbrauchsverordnung für die Bereiche Insiderhandel, Ad-hoc Veröffentlichungen und Directors‘ Dealing ergeben haben. Die Marktmissbrauchsverordnung schafft europaeinheitliche Regelungen zum Kapitalmarktrecht, die auch einheitlich angewandt werden sollen. Für eine einheitliche Umsetzung sollen Verordnungen und Richtlinien der ESMA sorgen (European Securities Market Association).

Als Konsequenz der Finanzmarktkrise wurden auf europäischer Ebene die Richtlinie 2014/56/EU zur Änderung der „Abschlussprüferrichtlinie“ (Richtlinie 2006/43/EG) sowie die Verordnung (EU) Nr. 537/2014 über spezifische Anforderungen an die Abschlussprüfung bei Unternehmen von öffentlichem Interesse (und zur Aufhebung des Beschlusses 2005/909/EG der Kommission) erlassen. Auf nationaler Ebene traten am 17. Juni 2016 zur Umsetzung der Richtlinie 2014/56/EU das Abschlussprüferaufsichtsreformgesetz (APAReG) und das Abschlussprüfungsreformgesetz (AReG) in Kraft, das ebenso Regelungen zur Ausführung der unmittelbar geltenden Verordnung (EU) Nr. 537/2014 enthält.

Die oben genannten Regelungen haben insbesondere Auswirkungen auf die vorherige Billigung von Nichtprüfungsleistungen, die durch Abschlussprüfer oder Prüfungsgesellschaften für das geprüfte Unternehmen selbst oder mit ihm verbundene Unternehmen erbracht werden. Sie enthalten erhöhte Anforderungen an die Aufsichtsrats- bzw. Prüfungsausschussmitglieder und regulieren sowohl das Auswahlverfahren und die Voraussetzungen für die Bestellung von Abschlussprüfern oder Prüfungsgesellschaften als auch die Durchführung der Prüfung selbst.

Der Aufsichtsrat hat die entsprechenden Konsequenzen für die SINGULUS TECHNOLOGIES AG eingehend erörtert und eine Anpassung der Geschäftsordnungen von Aufsichtsrat und Vorstand beschlossen. In seiner Sitzung vom 26. Januar 2017 hat der Aufsichtsrat zudem Leitlinien erlassen, nach denen bestimmte Arten von Nichtprüfungsleistungen generell gebilligt werden sowie zur Sicherstellung einer gruppenweiten Einhaltung der Leitlinien eine zentrale Clearingstelle eingerichtet, die die Nichtprüfungsleistungen vor Erteilung des Auftrags freigeben soll.

INTERESSENKONFLIKTE


Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind und über die die Hauptversammlung informiert werden soll, sind im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht aufgetreten.

AKTIENBESITZ DER AUFSICHTSRATSMITGLIEDER


Der Aktienbesitz der Aufsichtsratsmitglieder wird sowohl im Geschäftsbericht als auch im Internet veröffentlicht (eine detaillierte Darstellung befindet sich in den Erläuterungen auf Seite 37 des Geschäftsberichtes 2017).

CORPORATE GOVERNANCE


Die SINGULUS TECHNOLOGIES AG und ihr Aufsichtsrat bekennen sich zu den Grundsätzen ordnungsgemäßer und verantwortungsvoller Unternehmensführung. Vorstand und Aufsichtsrat haben eine Entsprechenserklärung gem. § 161 AktG und Ziff. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) abgegeben, wonach die Gesellschaft den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex mit Ausnahme der genannten und begründeten Abweichungen entspricht. Die Entsprechenserklärung wurde im Januar 2018 auf der Homepage des Unternehmens veröffentlicht. Die ausführliche Darstellung im Corporate Governance Bericht sowie die aktuelle Entsprechenserklärung ist auf Seite 27 des Geschäftsberichtes 2017 dargestellt.

VORSTANDSANGELEGENHEITEN


Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 26. Januar 2017 mit dem Vorstand Zielvereinbarungen für das Geschäftsjahr 2017 diskutiert und diese verabschiedet. Die Zielvereinbarungen sind Grundlage für die Bemessung der variablen Gehaltsbestandteile der Vorstände. In seiner Sitzung am 20. März 2018 beschloss der Aufsichtsrat für beide Vorstandsmitglieder die Grade der Zielerreichung auf Basis der Jahreszahlen. Zu diesem Zweck beurteilte der Aufsichtsrat alle Ziele personenbezogen und überprüfte den jeweiligen Zielerreichungsgrad. Der Aufsichtsrat würdigte insgesamt die Leistungen des Vorstands und äußerte sich positiv über den Einsatz, das Engagement und die qualitativen Ergebnisse. Der Aufsichtsrat der SINGULUS TECHNOLOGIES AG hat in seiner Sitzung am 26. Januar 2017 Herrn Dr.-Ing. Stefan Rinck, Vorsitzender des Vorstands der Gesellschaft, für weitere fünf Jahre zum Vorstand bestellt und seine Ernennung zum Vorstandsvorsitzenden erneuert. Herr Dr.-Ing. Stefan Rinck hat die Bestellung angenommen und wird der Gesellschaft auch zukünftig als Vorsitzender des Vorstands zur Verfügung stehen.

RISIKOMANAGEMENT


Die SINGULUS TECHNOLOGIES AG unterliegt gemäß den einschlägigen, aktien- und handelsrechtlichen Regelungen den besonderen Anforderungen eines internen Risikomanagementsystems. Das entsprechende Überwachungssystem wird jeweils an die aktuellen Entwicklungen angepasst. Der Aufsichtsrat hält das Überwachungssystem der SINGULUS TECHNOLOGIES AG für zielführend und hinreichend und teilt die Risikobeurteilung des Vorstands in allen Punkten (der Risikobericht befindet sich auf Seite 80 des Geschäftsberichtes 2017).

JAHRES- UND KONZERNABSCHLUSS SOWIE LAGEBERICHT


Der geprüfte Jahresabschluss der SINGULUS TECHNOLOGIES AG, der geprüfte Konzernabschluss sowie der zusammengefasste Lagebericht zum 31. Dezember 2017 waren Gegenstand der bilanzfeststellenden Aufsichtsratssitzung am 20. März 2018. Der Vorstand hat den Jahresabschluss und den Lagebericht der SINGULUS TECHNOLOGIES AG für das Geschäftsjahr 2017 gemäß den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte nach den International Financial Reporting Standards (IFRS). Der Konzernabschluss wurde um einen entsprechenden Konzernlagebericht ergänzt, der gemäß § 315 Abs. 5 i. V. m. § 298 Abs. 2 Satz 1 HGB mit dem Lagebericht zum Einzelabschluss zusammengefasst wurde. Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (KPMG), Frankfurt am Main, hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht unter Einbeziehung der Buchführung geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Den Mitgliedern des Aufsichtsrates lagen die geprüften Abschlüsse, der zusammengefasste Lagebericht sowie die Prüfberichte der KPMG rechtzeitig zur Prüfung vor. In der Sitzung am 20. März 2018 waren die zuständigen Abschlussprüfer anwesend, die die Ergebnisse der Prüfung erläuterten und Fragen der Aufsichtsratsmitglieder umfassend beantworteten.

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht sowie die Prüfergebnisse der Abschlussprüfer weiter diskutiert und keinen Grund zu Beanstandungen gesehen. Die Annahmen, die der Fortbestehensprognose zu Grunde liegen, sowie die Schlussfolgerungen, die der Vorstand und die KPMG daraus gezogen haben, wurden besprochen. Nachfragen der Mitglieder des Aufsichtsrates beantworteten der Vorstand und die anwesenden Abschlussprüfer in der gebotenen Ausführlichkeit.

Einwände seitens des Aufsichtsrates gegen den Jahresabschluss der SINGULUS TECHNOLOGIES AG, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht zum 31. Dezember 2017 sowie die Prüfung durch die KPMG gab es nicht.

Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 20. März 2018 den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der SINGULUS TECHNOLOGIES AG, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht gebilligt. Der Jahresabschluss ist folglich festgestellt.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr großes Engagement im vergangenen Geschäftsjahr 2017 und wünscht für das Geschäftsjahr 2018 viel Erfolg.

Kahl am Main, im März 2018

Dr.-Ing. Wolfhard Leichnitz
Vorsitzender des Aufsichtsrates